Handyversicherung – sinnvoll oder nicht?

Nicht nur für Tollpatsche & Pechvögel

Von J. Scharpenberg

In Bezug auf eine Handyversicherung ist „sinnvoll oder nicht“ eines der meistgesuchten Keywords bei Google. Hier erfahrt ihr, wie eine Handyversicherung funktioniert, was sie sinnvoll macht und worauf ihr bei der Suche nach dem richtigen Schutz achten solltet.

Handyversicherung – fast immer sinnvoll

Die Meisten von uns können oder wollen heutzutage kaum noch lange auf ihr Smartphone verzichten – egal, ob privat oder beruflich. Darum ist eine Handyversicherung durchaus sinnvoll. Ein anderer Punkt, der für eine Versicherung spricht, ist der immer weiter steigende Wert der Geräte. Was hat dein Smartphone gekostet? Laut Statista kostete ein Gerät bereits 2017 durchschnittlich rund 450 Euro. Für die neuesten Modelle zahlt der Deutsche mittlerweile zwischen 800 und über 1500 Euro. Das ist viel Geld. Und wenn man dann noch bedenkt, dass die Geräte aufgrund der Vielzahl an Funktionen fast rund um die Uhr in Gebrauch sind und das Schadenrisiko dadurch stetig steigt, erscheint eine Versicherung schon fast unumgänglich.

Die Angebote sind allerdings sehr unterschiedlich, vor allem was das Leistungsspektrum und die Schadensregulierung angeht. Dementsprechend variiert auch die Beitragshöhe. Der Vorteil für euch: Ihr sucht euch die Handyversicherung aus, die am besten zu euren Bedürfnissen passt.

Handyversicherung sinnvoll oder nicht

Lohnt sich eine Handyversicherung für mich?

Darauf solltet ihr achten

Neu oder gebraucht?

In der Regel werden Kunden beim Kauf eines Neugeräts auf eine mögliche Handyversicherung oder Garantieverlängerung hingewiesen. Doch nicht selten fühlt sich der Käufer mit der Entscheidung für oder dagegen überfordert. Zumal die Händler meist mit einer einzigen Versicherung vertraglich gebunden sind und der Kunde so keinen Vergleich hat. Viele Handyversicherungen bieten ihren Schutz daher auch für Gebrauchtgeräte an. Achtet hier genau auf das Alter, das euer Gerät haben darf – das variiert etwa von einem Monat bis zu einem Jahr. Achtung: Ab einem gewissen Gerätealter verhängen manche Versicherungen eine Sperrfrist für die Schadenmeldung, genannt Wartezeit.

Lange Laufzeit?

Ein Handyvertrag hat meist eine Laufzeit von 24 Monaten. Spätestens nach dieser Zeit möchten sich die meisten Nutzer ein neues, aktuelleres Gerät anschaffen. Mittlerweile ist es bei manchen Anbietern aber auch möglich, bereits nach einem Jahr ein neues Smartphone zu erhalten – in diesem Rhythmus erscheinen bei den führenden Herstellern neue Modelle und so hat der Kunde immer das Aktuellste. Wer aber in solchen Fällen eine Handyversicherung abschließt, die länger läuft, als der Mobilfunk- bzw. Ratenvertrag für das Handy, zahlt im schlimmsten Fall umsonst. Zum einen muss hier also auf die Vertragslaufzeit der Handyversicherung geachtet werden. Zum anderen auf eine mögliche Übertragung des Schutzes auf ein neues Gerät. Schließlich kann es immer mal sein, dass das Gerät wechselt – egal, ob es nun ein Vertragshandy ist oder nicht. Es gibt aber auch Handyversicherungen, die war eine Laufzei von 24 Monaten haben, im Falle einer Veräußerung des versicherten Handys jedoch ein Sonderkündigungsrecht anbieten.

Welche Schäden sind abgedeckt?

Hier kommen wir zum wichtigsten Punkt bei einer Handyversicherung. Was bringt mir der Schutz, wenn der jeweilige Schaden, den mein Gerät hat, nicht versichert ist? Beispiel: Ich lege mein Handy gedankenlos auf das Dach meines Autos, weil ich mein Kind anschnallen oder die Einkäufe im Kofferraum verstauen möchte. Ich vergesse das Gerät dort und fahre los. Den Rest könnt ihr euch denken. Was nun? Natürlich bin ich an dem Schaden selbst schuld. Aber schließt das die Regulierung durch meine Versicherung gleich aus? Schaut euch das Leistungspaket der verschiedenen Versicherungen genau an. Sind eigenverschuldete Schäden ausgeschlossen oder ziehen sie Leistungskürzungen mit sich? Welche Schäden sind überhaupt versichert? Das Spektrum reicht hier von A wie Abhandenkommen oder Akkuschäden bis Z wie Zubehör. Achtet auch darauf, ob ein Diebstahlschutz inklusive oder zumindest optional hinzubuchbar ist. Ansonsten steht ihr im schlimmsten Fall ganz ohne Gerät da.

Wie erfolgt die Schadensregulierung?

Auch hier sind die Möglichkeiten wieder sehr unterschiedlich. Manche Versicherungen zahlen euch im Schadenfall einen bestimmten Betrag aus, andere übernehmen die Kosten für eine Reparatur oder übernehmen diese selbst. Wieder andere machen einen schnellen Tausch möglich: Defekt gegen Neu. Hier müsst ihr euch fragen, wie schnell ihr im Schadenfall wieder mobil erreichbar sein möchtet. Bis eine Handyversicherung euch Geld auszahlt, dauert es mindestens ein paar Tage. Eine Reparatur – egal, wer sie durchführt – kann inklusive Hin- und Rückversand sogar Wochen dauern. Dahingegen habt ihr bei einem 24h-Expresstausch in der Regel am nächsten Werktag Ersatz.

Welche (versteckten) Kosten kommen auf mich zu?

Im Zusammenhang mit der Schadenregulierung gibt es ein paar wichtige Begriffe, die euch beim Abschluss einer Handyversicherung nicht unbekannt sein sollten, um ungewollte Kosten zu vermeiden.

Selbstbeteiligung: Meldet ihr eurer Versicherung einen Schaden, übernimmt diese nur selten die Regulierung ganz auf eigene Kosten. Im Normalfall zahlt ihr einen gewissen Betrag selbst. Achtet also beim Abschluss eurer Versicherung darauf, wie hoch die Selbstbeteiligung ist. Hier ist nicht immer die Niedrigste die, die ihr favorisieren solltet. Bei einem großen Leistungsspektrum ist eine höhere Selbstbeteiligung durchaus in Kauf zu nehmen. Schließlich wollt ihr bestmöglich und nicht so günstig wie möglich versichert sein. Was bringt es euch, wenn ihr monatlich beispielsweise 3,95 € zahlt, euer Schaden aber nicht abgesichert ist? Zahlt lieber etwas mehr und habt alle Eventualitäten abgedeckt. Die Beiträge sind – bis auf Ausnahmen – generell nicht hoch.

Neukaufbeteiligung: Bei einigen Anbietern kommt bei Totalschäden oder Abhandenkommen eine sogenannte Neukaufbeteiligung zu Tragen. Heißt: Die Versicherung ersetzt den Schaden nur zum Teil. Sie beteiligt sich sozusagen mit einer bestimmten Summe am Neukauf, den Rest müsst ihr aus eurer eigenen Tasche bezahlen.

Deckungssumme: Manche Versicherungen beschränken sich bei der Regulierung auf eine vertraglich bestimmte Deckungssumme. Ist diese geringer als der (aktuelle) Neuwert eures Mobiltelefons, müsst ihr im Schadenfall ebenfalls draufzahlen. Gerade beim Versichern von teuren Geräten, solltet ihr die eventuelle Deckungssumme nicht ignorieren.

Zeitwertbestimmung: Andere Anbieter regulieren in Höhe des aktuellen Zeitwerts eures Gerätes – in der Regel aber nur bis zu einem bestimmten Prozentsatz. Besser: Der aktuelle Neuwert.

Wenn ihr beim Abschluss einer Handyversicherung auf all diese Dinge achtet und euch genau überlegt, welche Leistungen für euch wichtig sind, sollten im Schadenfall keine Überraschungen auf euch zukommen. Natürlich hat eine Handyversicherung – wie fast jede Versicherung – auch Nachteile: Passiert eurem Gerät nichts, ist die Prämie in der Regel verloren. Aber nur so können Versicherungen funktionieren und euch für alle Fälle absichern.

Übrigens: Wenn ihr irgendwelche Fragen habt bezüglich eurer Handyversicherung – z. B. was Begrifflichkeiten aus eurem Vertrag angeht – meldet euch gern über unser Kontaktformular. Unsere Experten helfen gern dabei, eure Fragen zu beantworten.

2 Replies to “Handyversicherung – sinnvoll oder nicht?”

  1. Super Beitrag! Wahrscheinlich kommt bei der Keywordanalyse nach den Keywords „sinnvoll oder nicht“ auch gleich „vergleich“. Denn da sollte man ganz genau hinschauen und das kleingedruckte bei Handyversicherungen lesen.

    1. Vielen Dank Check1! Genau, das Keyword „Vergleich“ wird in diesem Zusammenhang auch häufig genutzt. Darum sind wir im Beitrag auf die wichtigsten Unterschiede eingegangen 🙂

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